헤이파이프오르간 ︰  여러 미디어에   보도된 내용

  

 

 

 

Orgelbaumeiste

Keine Nachwuchsprobleme bei den Orgelbauern:
Meisterschüler zu Besuch in der Rhöner Firma "Hey"

Auf einer Rundreise durch Deutschland - Großes Lob für die neue "Königin der Instrumente" auf dem Kreuzberg
 

Urspringen. (hf) Informationen über den Orgelbau in der Rhön holten sich angehende Orgelbaumeister bei einem Besuch in den vergangenen  Tagen in der Orgelbaufirma Hey in Urspringen. Auf dem Programm stand nicht nur der Besuch der Werkstatt, sondern auch die neue Kreuzbergorgel.


Die angehenden Orgelbaumeister von der Meisterschule in Ludwigsburg bei Ihrem Rundgang durch die Orgelbaufirma Hey in Urspringen. Herbert Hey hieß die Gäste ganz herzlich willkommen und gab zunächst einen Einblick in die Firmengeschichte. (Foto: Friedrich)


„Ein wahres Meisterwerk des Orgelbaues“, wie Orgelbaumeister Marcus Kaul und Niclas Schieder, wissenschaftlicher Leiter für den Orgelbau von der Schule für Orgelbauer in Ludwigsburg einmütig betonten. Die Schülerinnen und Schüler selbst sind angehende Orgelbaumeister, die zur Zeit eine einjährige Ausbildung an der Fachschule erhalten.

Im Orgelbaubetrieb

Herbert Hey und seine beiden Söhne Thomas und Christian, die die Meisterschüler auf ihrer Tour durch die Rhön begleiteten, zeigten zunächst die neue Orgel am Kreuzberg, bevor es zum Orgebaubetrieb nach Urspringen ging. Hier erklärte Herbert Hey, daß nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze auch die Orgelbauer aus den alten Bundesländern wieder Zugang zu den historischen Orgeln in den neuen Bundesländern haben. Immerhin gebe es alleine im Nachbarland Thüringen rund 2.500 historische wertvolle Orgeln.

Das Opus 1 der Firma Hey steht in der Ev. Kirche in Melpers/Thüringen und wurde 1874 von den Firmengründer Wilhelm Hey (1840-1921) dort eingebaut. Das Problem: Für deren oft dringend notwendige Restaurierung oder Bestandserhaltungsmaßnahmen sei nicht genügend Geld vorhanden. Die notwendigen finanziellen Mittel würden von den zuständigen Ämtern und Behörden nach dem sogenannten Gießkannenprinzip verteilt – einige ein bisschen, keiner bekommt zuviel! Hey nannte zum Beispiel die große Orgel Max Reger-Orgel in der Ev. Stadtpfarrkirche in Meiningen, die nach der Grenzöffnung größenteils wieder instand gesetzt wurde.

Ausstellungssaal geplant

 Kurz ging er dann auf die Geschichte der Orgelbaufirma Hey in Urspringen ein, verwies auf ein Gemälde am Haus, das einen Orgelbauer und sein Werk zeigt. Eine Darstellung, die Kirchenmaler Geog Hille aus dem benachbarten Oberelsbach gemalt hat und die eigentlich genau die Arbeit des Orgelbaues mystisch darstellt. Hey verwies auf die Werkstatträume und die dortige Herstellung einer Orgel. Geplant sei nun noch ein Ausstellungsraum mit integrierter „Orgelstube“. Insgesamt befindet der deutsche Orgelbau seit Jahren in einer Rezesionsphase, die u. a. in der finanziell schwierigen Situation der Kirchen begründet ist.

 Erwähnt hat der Orgelbaumeister die Meisterprüfung, die ja auch im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk abgeschafft ist, aber doch eigentlich für das filigrane und kunstvolle Orgelbauerhandwerk eine sehr große Bedeutung hatte. Ohne Prüfung und fachliche Qualifikation habe das Handwerk ein Qualitätsproblem: „wenn nicht heute und nicht morgen, dann spätestens übermorgen“ betonte Orgelbaumeister und Restaurator Herbert Hey.

 Dies gelte auch für die angehenden jungen Orgelbaumeister, die auf einer Rundreise durch Deutschland erstmals nach Urspringen zur Orgelbaufirma Hey gekommen sind. In Ludwigsburg befindet sich die einzige Fachschule für Orgelbauer in Europa, berichtete Marcus Kaul, Orgelbaumeister und technischer Leiter der Schule. Schon längere Zeit sei man nicht mehr in diesem Landstrich gewesen und so sei es durchaus angebracht gewesen, daß die schulische Bildungsreise diesesmal in die Rhön gehen sollte. Gerade hier gebe es ja die entsprechenden Fachbetriebe, wie die Firma Hey, deren Ruf bundesweit hervorragend sei. Hier kam Marcus Kaul erneut auf die neue Kreuzberg-Orgel und die Orgelbauer der Rhön zu sprechen. Hier komme die jahrhundertealte Erfahrung und Tradition zum Vorschein. Kaul: „Die Kreuzberg-Orgel ist einfach in der Gesamtanlage und deren Technik super.“

Meister-Schule

 Die Rundreise der angehenden Orgelbaumeister mit ihren Lehrkräften führte unter anderem auch in die Schweiz, nach Baden Württemberg bis hinauf nach Hamburg und Ostfriesland. An der Oskar-Walker-Schule in Ludwigsburg habe übrigens auch die Hey-Söhne ihre Ausbildung genossen, berichtete Vater Herbert Hey. Die Schüler der Einrichtung, die ein Jahr lang hier ihre schulische Ausbildung erhalten, kommen zum Beispiel aus Sachsen, Baden Württemberg und Köln. An der Fachschule in Ludwigsburg erhalten sie in einem Jahr die notwendigen Informationen, sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Eine 42-Stunden-Woche absolvieren die Schüler und bauen als Abschluß, wie in jedem Handwerk auch ihre Meisterstücke.

 Der Lehrplan ist vielseitig, denn gelehrt wird der gesamte Bereich des Orgelbaues und das ist in der heutigen Zeit mehr, als noch vor Jahrzehnten, als die Technik noch nicht so weit fortgeschritten war. So gehört mittlerweile neben der tratitionallen mechanischen Bauweise auch die Elektrotechnik und ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dazu und dann natürlich die künstlerisch-klangliche Endabstimmung einer fertigen Orgel, die sogenannte Intonation. Das, so Niclas Schieder, wissenschaftlicher Leiter der Schule im Bereich Orgelbau-Theorie, erfordere eine große Menge an Geduld. Das habe man bei der Intonation von Orgelbaumeister Erhard Hey an der Kreuzberg-Orgel wieder feststellen können.

 In der Oskar-Walkerschule in Ludwigsburg werden derzeit ca. 60 Auszubildende pro Ausbildungsjahr im Orgelbau unterrichtet und 7 Orgelbauer legen ihre Meisterprüfung ab. Die Schule selbst gibt es seit nunmehr 80 Jahren.

aus Rhön und Streubote, Rhön und Saalepost,
Main Post, Rhön Grabfeld Anzeiger, März 2005